Öffentlichkeitsinformation nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz

Sicherheitsleitfaden Stand: Oktober 2017

Sehr geehrte Nachbarn, Ihre Sicherheit ist uns wichtig! Die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH hat mehr als 20 Jahre Erfahrung im Umgang mit Ihrer Anlage zur Herstellung von Polyurethan-Weichschaumstoff und den zu verarbeitenden Chemikalien. In all den Jahren mussten wir nie einen größeren Störfall verzeichnen, allerdings kann dieser trotz aller Sicherheitsmaßnahmen nie vollständig ausgeschlossen werden. Wir bitten Sie, die nachfolgenden Informationen sorgfältig zu lesen und im Notfall zu befolgen. Bei Fragen und Anregungen können Sie sich gerne an uns wenden. VIELEN DANK!

Erläuterung der Tätigkeiten

Die Firma Breckle Matratzenwerk Weida GmbH betreibt auf Ihrem Gelände im Gewerbegebiet Hohenölsen in der Straße Am Wendehammer 2 in 07570 Weida OT Hohenölsen zwei Produktionsbetriebe: das Matratzen- und Holzwerk und das Schaumstoffwerk. Im Matratzenwerk werden Schaumstoff- und Federkernmatratzen hergestellt. Im Holzwerk werden vor allem Lattenroste und Bettgestelle aus Holz produziert, sowie Polstermöbel und Teile. Im Schaumstoffwerk werden auf einer kontinuierlichen Schaumstranganlage Polyurethanschaumblöcke produziert, die unter anderem im Matratzen- und Holzwerk verarbeitet werden. Die Anlagen befinden sich innerhalb eines gesicherten Betriebsgeländes. Grundstoffe für die Schaumstoffherstellung sind Polyole und Isocyanate. Außerdem werden eine Reihe von Zusatzstoffen, wie Stabilisatoren, Farbstoffe, Katalysatoren u.ä. zur gezielten Beeinflussung von Eigenschaften eingesetzt. Die Grund- und Zusatzstoffe werden in Straßentankwagen bzw. in Fässern oder anderen zugelassenen Transportbehältern angeliefert und in Tanks bzw. in Lagerbereichen bevorratet. Kernstück der Anlage ist die Schäummaschine. Dort werden die Komponenten intensiv vermischt und anschließend zum Aufschäumen freigegeben. Die entstehenden Schaumstoffblöcke werden – je nach Bedarf – in einem Blocklager zwischengelagert oder gemäß externer Kundenanforderungen konfektioniert und versandbereit gestellt.

Genehmigungssituation

Das Schaumstoffwerk der Breckle Matratzenwerk Weida GmbH ist als Gesamtanlage nach der Vierten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – 4. BImSchV genehmigungsbedürftig. Zudem unterliegt der Betriebsbereich der 12. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (12. BImSchV = Störfall-Verordnung.) Die Anzeige nach § 7 Absatz 1 der 12. BImSchV wurde der zuständigen Überwachungsbehörde, dem Landratsamt Greiz, Amt für Umwelt, Bereich Untere Immissionsschutzbehörde, übergeben. Die letzte Vor-Ort-Besichtigung nach § 17 Absatz 2 der Störfall-Verordnung fand am 27.09.2017 statt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie vom Landratsamt Greiz, Amt für Umwelt, Bereich Untere Immissionsschutzbehörde. Das Sicherheitsmanagementsystem (SMS) dient als Grundlage für die systematische Organisation der Anlagensicherheit und Störfallvorsorge, insbesondere im Hinblick auf die Erfüllung der entsprechenden Anforderungen der Störfall-Verordnung. Dieses System ist für alle Mitarbeiter der Abteilung Schaumstoffwerk der Breckle Matratzenwerk Weida GmbH als verbindliche Vorgabe zur Organisation der Sicherheitspflichten gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz i.V.m. der Störfall-Verordnung vorgegeben.

Gefährliche Stoffe im Sinne der Verordnung, die im Störfall auftreten können:

null
akut toxische Stoffe: Stoffe mit diesem Gefahrstoffsymbol führen in kleineren Mengen sofort zu schweren gesundheitlichen Schäden oder zum Tode z.B. Toluylendiisocyanat (TDI)
null
sensibilisierende Stoffe oder CMR-Stoffe: Stoffe mit diesem Gefahrstoffsymbol wirken allergieauslösend, krebserzeugend (carzinogen), erbgutverändernd (mutagen), fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend (reproduktionstoxisch) oder organschädigend z.B. Toluylendiisocyanat (TDI)
null
entzündbare Stoffe: Stoffe mit diesem Gefahrstoffsymbol sind entzündbar; Flüssigkeiten bilden mit Luft explosionsfähige Mischungen und erzeugen mit Wasser entzündbare Gase z.B. Dieselkraftstoff
null
gefährliche Stoffe: Stoffe mit diesem Gefahrstoffsymbol führen zu gesundheitlichen Schäden, reizen die Haut und führen in größeren Mengen zum Tode z.B. Dieselkraftstoff
null
gewässergefährdende Stoffe: Stoffe mit diesem Gefahrstoffsymbol sind für Wasserorganismen giftig mit langfristiger Wirkung z.B. Dieselkraftstoff

Gefahren, die von einem möglichen Störfall ausgehen können:

Produktaustritt:

  • Gefährdung der Atmung durch Inhalation
  • Gewässergefährdung

Brand:

  • Entstehung toxischer Brandgase
  • Gefahr des Brandübertritts auf andere Bereiche

Information an die Öffentlichkeit im Falle eines Störfalls:

Warnung der Bevölkerung durch:

  • Lautsprecherdurchsagen von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst
  • Radio

Verhalten im Störfall:

Lüftung im Auto und in Gebäuden abschalten
Gefährdung der Atmung durch Inhalation
Nachbarn und hilfsbedürftige Personen informieren
Straßen und Zugänge für die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes freihalten
bei gesundheitlicher Beeinträchtigung Arzt aufsuchen
allen Anweisungen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ist Folge zu leisten
Entwarnung durch Lautsprecherdurchsagen
Gebäude aufsuchen, Fenster und Türen schließen

weitere Informationen:

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